Sklaverei heute

In jedem Land der Welt ist Sklaverei verboten – in jedem Land ist sie Alltag.

Das Chormusical „Amazing Grace“ erzählt die Lebensgeschichte von John Newton, der vom Sklavenkapitän zum „Diener der Sklaven“ wurde. Seine Geschichte öffnet uns die Augen für die Sklaven unserer Tage. Denn obwohl Sklaverei seit den 1980er Jahren verboten ist, leben heute nach einer Studie des US-Außenministeriums weltweit 27 Millionen Sklaven.

Jouel ist einer von ihnen. Er ist 12 und lebt und arbeitet bei einer Familie in Dhaka, Bangladesch. Täglich putzt, kocht und wäscht er und bedient die Gäste. Zum Schlafen rollt er sich einen Teppich vor dem Bett seiner Arbeitgeberin aus. Er gehört nicht zur Familie, er ist mit 10 Jahren von ihr gekauft worden. Er ist etwas, das es nicht geben darf. Jouel ist ein Sklave. Im „Happy Home“, einem Heim für Straßen- und Sklavenkinder, kann Jouel Kind sein – zumindest für die halbe Stunde in der Woche, in der er dort sein darf.

Keine Ketten und trotzdem nicht frei
Als Sklaven gelten Menschen, die wie Jouel ihrer persönlichen Freiheit beraubt und wie Ware verkauft werden. Zur Zeit John Newtons wurden Sklaven in Ketten gelegt – heute sind die Abhängigkeiten viel komplizierter. Armut treibt den Menschenhändlern immer wieder Kinder in die Arme, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben verkauft werden.

Heutige Sklaverei hat viele Gesichter
Sklaverei ist ein weltweites Phänomen. Die Formen sind unterschiedlich: Menschenhandel, Zwangsarbeit, Zwangsprostitution, Kindersoldaten und Schuldknechtschaft. In den Medien ist Sklaverei ein Randthema, doch es gibt Berichte darüber. Laut Medienberichten arbeiten in Indien 70.000 Kinder illegal in Kohleminen. In Bangladesch schuften 300.000 Kinder in den Haushalten der Mittelklasse – viele von ihnen sind Sklaven wie Jouel. Ähnlich ist es in Haiti, wo nach Schätzungen von Amnesty International etwa 200.000 Kinder arbeiten müssen. Dort kostet ein Mädchen 50 Dollar. Sklaverei gibt es aber auch in Europa: Hier sind laut der Europäischen Kommission 880.000 Menschen Opfer von Menschenhandel, vor allem Frauen und Mädchen - Deutschland ist eines der Hauptzielländer für Zwangsprostitution in Europa.

Das Geschäft mit Menschen ist in jedem Land der Welt tägliche Praxis. Die Organisation Falk Free Foundation hat 2013 eine Studie herausgegeben, welche die Sklaverei in jedem Land aufdeckt. Anhand der geschätzten Verbreitung von moderner Sklaverei, Kinderehe und Menschenhandel wurde ein Ranking von 162 Ländern erstellt. Dabei belegt Mauretanien Platz 1, Haiti Platz 2 und Pakistan Platz 3 (s. Karte). Auch Deutschland kommt in dem Ranking vor. Wir befinden uns auf Platz 136, weil hier eine Ungerechtigkeit recherchiert wurde, die wesentlich schwieriger ans Licht zu bringen ist.


Sklaverei gibt es weltweit – je roter das Land, desto größer ist dort das Problem. Für die grau gekennzeichneten Länder konnten keine Daten erhoben werden.


Der weiteste Weg fängt mit einem ersten Schritt an

Schon der alltägliche Griff ins Supermarktregal ist eine Entscheidung für oder gegen Sklaverei: Denn auch die süßeste Schokolade hat oft einen bitteren Beigeschmack. 42% der Weltschokolade stammt aus Westafrika, hauptsächlich von der Elfenbeinküste. Hier helfen rund 600.000 Minderjährige unter sklavenartigen Bedingungen auf den Plantagen des Landes, um 1,2 Millionen Tonnen Schokolade jährlich zu produzieren. Ein Kind für die Produktion dieser Massen kostet 230 Euro. In einem Vertrag von 2001 haben sich die Schokoladenkonzerne dazu verpflichtet, Kinderarbeit in der Schokoladenproduktion bis 2008 abzuschaffen. Bis heute arbeiten Kinder auf den Kakaoplantagen. Wir, die Konsumenten, können uns hier und jetzt gegen Sklaverei und für faire Produkte entscheiden. Das Fairtrade-Siegel verspricht einen fairen Lohn für den Bauern und eine Herstellung ohne Kinderarbeit. Bisher ist der Anteil an fair gehandelter Schokolade kleiner als 1 % am Weltmarkt. Weltweit können von dem Verkauf der fair gehandelten Produkte 6 Millionen Menschen leben.

Augen auf beim Schokokauf! Auch Du kannst etwas tun!



Auch Jouel kannst Du helfen

Jouel hat noch nie Schokolade probiert. Während andere Kinder zur Schule gehen, arbeitet er schon jetzt wie ein Erwachsener. Dank des „Happy Home“ – ein Projekt von „Brot für die Welt“, unterstützt von der Aktion Gospel für eine gerechtere Welt – gibt es auch für ihn und die anderen ehemaligen Straßenkinder aus Dhaka einen Hoffnungsschimmer. Doch 30 Minuten die Woche ein glückliches Zuhause zu haben ist wenig, zu wenig. Die Mitarbeiter von ASD versuchen, der Besitzerin mehr Zeit abzuringen. Es sind viele sehr kleine Schritte, die den Sklaven unserer Zeit die Freiheit bringen.

Das „Happy Home“ ist ein Heim mit drei Wohnungen; zwei für jeweils 30 Mädchen und einer Wohnung für 30 Jungen. Tagsüber kommen ebenso viele Kinder dazu. Träger ist die Organisation ASD (Assistance for Slum Dwellers), die von Brot für die Welt seit vielen Jahren unterstützt wird. ASD betreibt ein Netz von acht Vorschulen und Nachhilfezentren, über das sie Kontakt zu Kindern und Familien bekommen. Das Musical „Amazing Grace“ unterstützt das Projekt mit Spendensammlungen und Benfizkonzerten. Zum Bericht über einen Besuch des „Happy Home“ geht es hier.

 

 

Wir freuen uns über Deine Spende für das „Happy Home“:

Brot für die Welt
Bank für Kirche und Diakonie
Spendenkonto: 500 500 500 | BLZ: 1006 1006
IBAN: DE10 1006 10060 500 500 500
BIC: GENODED1KDB
Verwendungszweck: „Gospel – Bangladesh“

"Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell."

Jesaja 9,1

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